Womit soll man sich unterwegs die Hände abtrocknen?

Jedes Mal, wenn ich auf einer öffentlichen Toilette bin, sei es auf dem Flughafen, im Flugzeug, im Restaurant oder beim Arzt, frage ich mich, was wohl die ökologischste Art und Weise ist, sich die Hände abzutrocknen: Lufttrockner, Papiertücher, Stoffbahnen, einzelne Handtücher?

Womit man sich unterwegs auf öffentlichen Toiletten ökologisch die Hände trocknet

Ich habe mal ein bisschen recherchiert und fand in der Online-Ausgabe des Handelsblattes eine Gleichgesinnte, Miriam Älter aus Meckenheim, die dort als Leserin meine Frage stellte. Die Antwort liefert Elke Kreowski, demnach vom Umweltbundesamt:

Die Frage, welches Händetrocknungssystem in öffentlichen Einrichtungen ausgewählt werden sollte, gehört zu den im Bereich der umweltfreundlichen Beschaffung am häufigsten diskutierten Themen. Das Umweltbundesamt hat daher alle Anfang der 1990er-Jahre zur Verfügung stehenden Ökobilanzen und ökologischen Vergleiche zu den Umweltbelastungen durch Händetrocknungssysteme ausgewertet und durch Datenmaterial der Industrie und eigene Berechnungen ergänzt.

Es wurden Warmluft-Händetrockner, Stoffhandtuchrollen, Zellstoff-Papierhandtücher und Recycling-Papierhandtücher betrachtet. Das System Zellstoff-Papierhandtücher hat sich als vergleichsweise ökologisch nachteilig ergeben. Die übrigen Systeme stellen grundsätzlich ökologisch gleichwertige Systeme zum Abtrocknen der Hände dar. Da jedoch die unterschiedlichen Umweltbelastungen nicht direkt und quantitativ miteinander verglichen werden können, ist die Erstellung einer genauen ‚ökologischen Rangfolge’ nicht möglich.

Ein Grundsatz an die Bewirtschaftung der Toilettenräume besteht darin, diese mit relativ geringem Aufwand vorzunehmen. Vor diesem Hintergrund macht es für Toilettenräume im öffentlichen Besucherbereich Sinn, diese mit Warmluft-Händetrocknern (kein Nachfüllen von Papier) auszustatten. Für den nicht öffentlichen Bereich empfehlen wir die Ausstattung mit Stoffhandtuchsystemen, da dadurch die zusätzliche Entsorgung von Papierhandtüchern entfällt.

Um innerhalb der genannten Produktgruppen die ‚umweltfreundlichsten’ erkennen zu können, wurde jeweils für Stoffhandtuchrollen, Warmluft-Händetrockner und Papierhandtücher ein Umweltzeichen ‚Blauer Engel’ kreiert. Informationen zu Produkten, die mit dem Umweltzeichen gekennzeichnet sind, finden Sie im Internet unter www.blauer-engel.de. Mehr zum Thema auch auf der Seite des Umwelbundesamtes.

Auf geo.de las ich, dass laut einer “Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung 15 Prozent der Deutschen außer Haus ihre Hände unter dem Luftstrom” trocknen lassen. 25 Prozent greifen demnach zum Stoffhandtuch von der Rolle und 56 Prozent benutzen bevorzugt Papiertücher. Hierzu habe ich zwei Gedanken: Erstens freue ich mich, dass sich so viele Menschen überhaupt die Hände waschen! 2. Immer wenn ich eine öffentliche Toilette aufsuche, ist der Türgriff nass.

Die Geo.de-Redaktion rechnet übrigens vor: “Wenn 200 Menschen am Tag eine öffentliche Toilette nutzen und jeweils zwei Papiere zum Händetrocknen verwenden, fallen nach fünf Jahren bereits 730.000 Papiere an.” Laut einer Schätzung der Umweltberatungsfirma “Climate Conservancy” belaste jedes Papierhandtuch die Umwelt mit 28 Gramm CO2. Der Händetrockner dagegen schlage, so heißt es auf der Internetseite Geo.de weiter, nur mit 9 bis 20 Gramm CO2 zu Buche. Das sei jedoch auch davon abhängig, welches Trockner-Modell man nutze und die Rechnung stimme auch nur dann, wenn man nur einmal auf den Knopf drücken.

Hier gibt’s übrigens den Bericht “Wirtschaftlichkeitsstudie zum Händetrocknen”, Nummer 5051-07, erstellt von ipi, Institut für Produktforschung und Information GmbH in Esslingen aus dem Jahr 2007, der die Ergebnisse der Untersuchungen zur Gebrauchstauglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Ökologie verschiedener Händetrocknungssysteme aufzeigt.

Klimaneutral trocknet also nur, wer die Hände ganz an der Luft trocknet oder an den eigenen Kleidungsstücken abwischt.

Nutzt den Tag!

Be Sociable, Share!

Tags: , , , ,

Dieser Beitrag wurde erstellt am 05.07.2010 um 09:21 und gehört in die Kategorie Alltägliches Grünzeug.
Sie können alle Kommentare zu diesem Beitrag mithilfe des RSS 2.0-Feeds verfolgen. Sie können einen Kommentar oder einen Trackback zu Ihrer eigenen Site hinterlassen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar