Uran im Trinkwasser: Verbraucherschützer kritisieren aktuellen Beschluss des Bundesrats

Heute schickte mir die Verbraucherschutzorganisation foodwatch eine Pressemitteilung, in der es um unser aller Lebenselixer geht: Trinkwasser. Besser gesagt: Es geht um den Urangehalt unseres Trinkwassers, den foodwatch seit Jahren kritisiert, weil er gesundheitsgefährdend hoch sei. Der Bundesrat hat am Freitag per Beschluss die geltende Trinkwasserverordnung geändert. Der neue Grenzwert läge laut der Süddeutschen Zeitung mit 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser unter dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Wert 15 Mikrogramm, aber laut foodwatch ist er immer noch zu hoch:

Kollektion: Valueline / Copyright: Ryan McVay by Thinkstock

10 Mikrogramm Uran pro Liter erlaubt – obwohl EFSA-Studie damit Schutz von Säuglingen und Kleinkindern als nicht ausreichend bewertet

Zukünftig dürfe in Deutschland, so heißt es in der Mitteilung von foodwatch (Report-München-Videobeitrag auf YouTube), kein Trinkwasser mehr aus den Leitungen fließen, das mehr als 10 Mikrogramm Uran pro Liter enthielte. Doch laut den Verbraucherschützern böte der nun beschlossene Höchstwert von 10 Mikrogramm Uran pro Liter keinen ausreichenden Schutz für Säuglinge und Kleinkinder. Das zeige eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von März 2009, die deutsche Behörden eigens in Auftrag gegeben hätten.

“Ein Grenzwert muss auch besonders gefährdete Gruppen wie Säuglinge und Kleinkinder zuverlässig schützen”, erklärte Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von foodwatch. “Mit einem Höchstwert von 10 Mikrogramm verletzen Bundesregierung und Bundesrat ihre Fürsorgepflicht für die Schwächsten. In falscher Rücksichtnahme auf die wirtschaftlichen Interessen einiger Wasserversorger ignorieren sie den letzten Stand der Wissenschaft. Wasser darf aus Vorsorgegründen nicht mehr als 2 Mikrogramm Uran pro Liter enthalten, egal ob Trink- oder Mineralwasser.”

Für in Flaschen abgefülltes Mineralwasser gelte demnach schon heute: Enthält es mehr als 2 Mikrogramm Uran pro Liter, dürfe es nicht mit dem Hinweis “geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung” verkauft werden. Aus der EFSA-Studie gehe zudem unmissverständlich hervor, dass noch bei einer Uranbelastung von unter 4 Mikrogramm pro Liter Wasser bei Kleinkindern und Säuglingen erhebliche Risiken für eine Schädigung lebenswichtiger Organe bestünden. Gleichzeitig sei es laut foodwatch technisch ohne Weiteres möglich, Uran mit Ionenaustauschern bis an die Nachweisgrenze heran aus dem Wasser zu filtern.

Ich trinke fast nur Wasser aus der Leitung. Auch meine Kids halte ich nachhaltig dazu an.

Ich frage mich: Wie lange noch?

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Dieser Beitrag wurde erstellt am 30.11.2010 um 11:10 und gehört in die Kategorie Das diskutiert man jetzt.
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2 Kommentare zu “Uran im Trinkwasser: Verbraucherschützer kritisieren aktuellen Beschluss des Bundesrats”

  1. Silke (17.12.2010 um 13:33):

    Das ist aber schrecklich! Unglaublich. Was müssen wir jetzt tun? Kein Wasser trinken, oder?

  2. Trinkwasser - sind Leistungswasser und Mineralwasser gesund? | YaaCool Bio - Das Blog (16.06.2011 um 09:02):

    [...] Hormonen & Co. auch Kokainrückstände in unseren (Ge)Wässern finden lassen, ebenso wie Uran und Schwermetalle. Ich habe Durst und will ihn löschen, weiß aber nicht mehr so recht, womit. [...]

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