Glaubenskrise: “bio” oder “nicht-bio”
Bio oder nicht-bio: Was soll man noch glauben?
Ich stecke in einer tiefen Glaubenskrise: Ich mühe mich seit Jahren redlich, meinen mühevoll gefundenen öko-korrekten Lebensweg politisch sauber und sozial-verträglich zu beschreiten, lasse mir Tag für Tag nachhaltige Geschichten über “grüne” Werte einfallen, die ich an meine Kids und Leser weiterreiche, kurz: schreibe mir die Finger wund über bio & Co. – und am Ende jeden Tages frage ich mich: Lohnt es sich? Schaffen wir die Kurve? Können wir die Welt retten?
Ich trage meinen Bio-Glauben deutlich sichtbar wie ein Herold zur Schau – ich nehme jedoch mit Besorgnis zur Kenntnis, dass der Wert “bio”, ja, selbst mein Glaube an das “bio-System” , missbraucht wird – missbraucht, wie alles in unserer Zeit, von irgendjemandem, der irgendwie irgendwo irgendwas daran verdient.
Ich fürchte n manchen Abenden mehr als dass ich das Gegenteil hoffe, dass wir die Welt nicht mehr retten können. Zu unaufhaltsam scheint mir die Zerstörung der Erde im Namen des Geldes, Profits und Wohlstands einiger weniger. Zu sehr ausgeprägt das Ego eines jeden und dessen egoistischen Handelns zum Erreichen von individuellen Zielen (privater Konsum, Wohlstand, Geldvermehrung) gegenüber dem Wohl/dem Überleben aller.
Und ich bin wohl nicht allein. Die Wahlsiege der Grünen in Bremen einerseits stehen andererseits jedoch einer Politikverdrossenheit gegenüber, die lange nicht mehr so groß war wie zurzeit. All das lässt mich bangen – was wir in 150 Jahren zunichte gemacht haben, ist großen Teils unwiederbringlich. Nachhaltigkeit und nachhaltiger Lebensstil bekommen in Kombination mit Zerstörung, Ausrottung und Vernichtung von Menschenhand einen ganz bitteren Beigeschmack. Wie soll ich Weltkonzerne dazu bringen, ihre dem Geld und dessen Vermehrung gewidmeten Funktionsweisen ganz anderen Zielen unterzuordnen? Ich weiß es nicht.
Und nicht immer tröstet es mich, daran festzuhalten, dass ich “im Kleinen” meinen alltäglichen bio-Beitrag leiste. Zu sehr bin ich ins Netz der großen Systeme eingespannt – zu wenig kann ich demgegenüber verrichten. Doch ja, ich glaube noch immer an “bio” – praktiziere meinen Bio-Glaube im Alltag. Weil ich noch lebe. Und leben möchte. Mit meinen Kindern, Freunden und dieser Welt. Und Du? Woran glaubst Du?
Nutzt den Tag!
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Tags: Bio, Gier, Glaube, Glaubensfrage, Glaubenskrise, Profit, Sinn






Naja ich halte nicht soviel von Bio aber wer es mag.
> Wie soll ich Weltkonzerne dazu bringen,
> ihre dem Geld und dessen Vermehrung gewidmeten
> Funktionsweisen ganz anderen Zielen unterzuordnen?
Nun, mittlerweile ist man ja nicht mehr gar so hilflos.
Ich für meinen Teil esse keine Produkte von gewissen Konzernen mehr, und das macht auch ein wenig Geld aus.
Wenn das mehr Menschen machen würden, einfach mal mehr konsequent zu sein…
Die Natur kann sich erholen; zwar nicht vollständig, aber immerhin.
Daher: nicht aufgeben
Naja ich denke es ist ein Streitthema.
viele Leute lassen sich von Lebensmittelmeldungen schon abschrecken und essen bestimmte Produkte nur von Bio Herstellern.
Aber ich würde auch nicht nur Bio Produkte verwenden. Manche sind einfach auch für den Körper und den Magen besser wenn sie nicht aus Bio Anbau sind.
Da gebe ich dir recht Robert.
Ich selber kaufe nur bestimmte Lebensmittel aus Bio Anbau.
Viele dieser Produkte sind aber auch dafür sehr teuer.
Der Preis schreckt glaube ich noch viele Leute ab, Bio zu kaufen.
Ich hoffe das wird sich auch bald ändern.
lg
Susanne
Dies ganzen Bio-Aufdrucke im Supermarkt ist für mich auch nichts anderes als Geldabzocke, die den momentanen Gesundheitstrend ausnutzen. Sicher möchte man sich gesund ernähren, aber ist Bio gleich wesentlich gesünder und begründet das den Preis? Ich bin mir da unsicher. Für mich heißt Bio Gemüse und Obst aus dem Garten essen, dem kann ich 100% vertrauen!
Eigentlich sollte ja BIO für mehr Transparenz sorgen und Verbrauchern Orientierungshilfen geben. Das dem nicht so ist, sieht man an der mittlerweile beachtlichen Vielzahl unterschiedlicher Verbände und Organisationen mit abweichenden Auffassungen was bestimmte Grenzwerte anbelangt (Beispiel Biowein). Wünschenswert wäre ein internationales BIO-Siegel, dessen Grundsätze von einer unabhängigen Einrichtung überprüft werden. Dann wäre das ganze BIO-Thema auch besser nachvollziehbar.
Versteht man einmal, wie unser industrielles Essen produziert wird, wird man zwangsläufig zur Bio-Kultur bekehrt!
[...] Mutter dreier Kleinkinder und von Bio als Lebensweise überzeugt bin ich immer auf der Suche nach Alternativen zu herkömmlichen Snacks für Kinder. Und [...]
Da muss ich “Holger Neu” zustimmen. Sieht man sich aktuell einmal die Zustände an wie unsere Lebensmittel zubereitet werden, möchte man am liebsten immer auf Bio umgreifen. Trotzdem müsste ein Bio Siegel eingeführt werden um auch hier das Beste garantieren zu können.
Am besten noch beim Bauern um die Ecke einkaufen. Was natürlich in der Großstadt nicht immer möglich ist. Dann kann man aber auf den Wochenmärkten doch noch gute Produkte kaufen. Aber auch dort gilt, nicht alles glauben was einem über die Herkunft der Waren erzählt wird.