Wölfe für Deutschland? Wölfe für Deutschland!
Forsa-Umfrage: Mehrheit der Deutschen will Wölfe zurück
Heute erreichte mich eine Pressemitteilung des BUND, die besagt, dass laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage durchgeführt in diesem Monat von 1.001 befragten Bundesbürgern eine deutliche Mehrheit von 79 Prozent befürworte, dass sich in Deutschland zunehmend wieder Wölfe ansiedelten. Lediglich 18 Prozent der Befragten – eher die über 60-Jährigen – fänden demnach die Rückkehr der Wölfe nicht so gut. Die restlichen drei Prozent hätten dazu keine Meinung, heißt es weiter.
Ich bin für den Wolf in deutschen Wäldern – das sage ich hier schon mal ganz klar. Und zwar, weil ich Wolfsfan bin. Ich mag den Wolf von Rotkäppchen und den der sieben Geißlein, ich mag Wolf alias Jack Nicholson an der Seite von Michelle Pfeiffer, ich mag Wolverine alias Hugh Jackman, die Wölfe in Twilight und Wölfe überhaupt, seit ich das Buch “Im Kreis des Wolfs” gelesen habe.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wollte mit der bundesweiten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa nach eigenen Angaben herausbekommen, ob die Bevölkerung die natürliche Wiederansiedelung von Wölfen akzeptiert oder nicht. Vor allem in den neuen Bundesländern und insbesondere in Sachsen lebten derzeit demnach ein Dutzend Wolfsrudel sowie einige vereinzelt vorkommende Tiere. Experten schätzen die Gesamtzahl der Wölfe in Deutschland inzwischen auf rund 60 Tiere.
Der böse Wolf? Der Wolf ist nicht böse!
Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: “Acht von zehn Bundesbürger finden die Ausbreitung der Wölfe in Deutschland gut. Wir sind selbst ein wenig überrascht, wie hoch die Zustimmung ist. Schließlich schüren die Mythen der Märchen und oft auch Gerüchte durchaus gewisse Ängste vor dem angeblich so gefährlichen Wolf. Diese Ängste sind jedoch unbegründet. Wölfe sind scheue Wesen und meiden eine Begegnung mit Menschen. Sie erfüllen wichtige ökologische Funktionen, unter anderem halten sie den Wildbestand gesund.”
Der Wolf: ein geschütztes Tier
Nach europäischem und deutschem Naturschutzrecht seien Wölfe dem BUND streng geschützt. Konflikte tr#ten gelegentlich auf, wenn Wölfe Nutztiere, hauptsächlich Schafe, anfielen. Mit Schutzmaßnahmen wie Elektrozäunen oder Herdenschutzhunden könne dem wirksam vorgebeugt werden, so der BUND. Derartige Maßnahmen würden in Gebieten, wo Wölfe vorkämen, finanziell gefördert. Sollte es dennoch durch Wölfe zu Nutztierverlusten kommen, würden Entschädigungen gezahlt.
Der BUND-Vorsitzende Weiger forderte, den Wolfsschutz auszuweiten und die voneinander isolierten Lebensräume aller bedrohten Tiere und Pflanzen generell besser zu vernetzen. Eine der Hauptursachen des Artenschwundes, die Zerschneidung natürlicher Lebensräume durch Straßen und Bauprojekte, müsse außerdem stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Weiger: “Die Ergebnisse unserer Umfrage zur Akzeptanz des Wolfes zeigen, dass die Bevölkerung dem Schutz gefährdeter Tierarten einen hohen Stellenwert zumisst. Vor allem junge Menschen signalisieren deutlich, dass der Artenschutz sehr viel stärker berücksichtigt werden muss als bisher. Deshalb erwarten wir auch vom sächsischen Landesparlament in Dresden, dass es die Aufnahme des Wolfes ins sächsische Jagdrecht klar ablehnt. Beim Schutz bedrohter Arten darf es keine faulen Kompromisse geben. Die noch in Teilen der Bevölkerung vorhandene Unterschätzung der Gefährdung seltener Arten muss außerdem Anstoß sein, eine bundesweite Bildungsoffensive zum Wolfsschutz zu starten.”
Fotonachweis/copyright: Kollektion und Urheberrecht: Stockbyte, Tom Brakefield














