Immer wieder melden die Medien, dass öffentliche Toiletten einschließlich zugehöriger Türgriffe, Wickeltische & Co. von Keimen und Bakterien bewohnt werden, die als Gefahr für unser aller Wohl gelten. Studien hätten demnach ergeben, dass bei jeder Toilettenspülung in “Feuchtgebieten” wie es Schwimmbäder sind etwa 25.000 Viren und 600.000 Bakterien in winzigen Wassertröpfchen durch die Luft geschleudert würden, die im Umkreis von zwei Metern auf dem Boden landeten und sich dort bestens vermehrten.
Experten sagen zwar, dass ein gesunder Mensch von diesen Erregern in der Regel nicht viel zu befürchten hätte. Aber: Personen, deren Immunsystem bereits geschwächt sei, zum Beispiel das älterer Menschen, oder deren Immunabwehr noch nicht vollkommen aufgebaut sei, zum Beispiel die von Kindern, können solche Erreger über kleine Verletzungen in den Körper aufnehmen, wo diese beispielsweise Infektionen verursachen.
Die Kollegen von Bild-online zitierten neulich den Mediziner und Hygieneexperten Sebastian Dieckmann von der Berliner Charité: „Zwar kann es sein, dass sich auf dem Toilettensitz Krankheitserreger befinden. Es ist aber mehr als unwahrscheinlich, sich durch das bloße Draufsetzen damit zu infizieren.“ Eine optisch saubere Toilettenbrille müsse demnach also nicht noch extra desinfiziert oder mit Papier belegt werden. Viel wichtiger sei es, sich anschließend die Hände zu Waschen. Das größte Infektionsrisiko geht von Krankheitserregern aus, die von Stuhl- oder Urinresten über die Hand in den Mund und dann in den Organismus gelangen. Berühre man beispielsweise Armaturen oder Türklinken, so könne es sein, dass diese von einem Vorbenutzer verunreinigt worden seien.
Mich beunruhigt bei diesem Thema ehrlich gesagt besonders, dass viele Menschen sich nach dem Besuch der Toilette nicht die Hände waschen. Dabei soll die Zahl der Bakterien auf der Handfläche nach dem Geschäft nahezu zweimal so hoch sein wie davor. Wer sich nach dem Toilettengang nicht die Hände wäscht und beispielsweise Essen berührt, der gefährdet sich selbst: Erreger von Darminfektionen wie Typhus, Cholera, Salmonellen, Enteritis oder Darmgrippe hat man sich auf diese Weise schnell mal selbst einverleibt. Auf diese Weise können aber auch Hepatitis A, Wurmerkrankungen, Chlamydien und Geschlechtskrankheiten zu uns kommen.
Außerdem drohten Pilzinfektionen, die hauptsächlich Fuß- und Fingernägel sowie die Haut befielen. Beunruhigend sei in diesem Zusammenhang die Auswertung von 9.000 Patientenakten, die laut dem Medizinportal lifeline zeige, dass bei Nagelmykosen im Durchschnitt über vier Jahre vergehen, bis der Patient sich in ärztliche Behandlung begibt. Eine Menge Zeit, um die Krankheitserreger zu verteilen.
So können wir uns als Besucher von öffentlichen (und privaten) WCs gegenseitig helfen, uns vor den Erregern zu schützen:
- Sitz, Spülknopf, Toilettendeckel bitte nur mit einem Papiertuch berühren.
- Niemals auf die Klobrille setzen und wenn doch, dann bitte nur mit Papierunterlage.
- Klo- Türen, wenn möglich, mit dem Fuß aufschieben. Muss die Klinke angefasst werden, dann auch hier nur mit Papiertuch.
- Die Hände nach der Sitzung mit Seife und so möglich mit warmen Wasser waschen.
- Zum Abtrocknen der Hände am besten Lufttrockner benutzen.
- Auf Campingplätzen oder in Schwimmbädern nicht barfuß auf’ Klo gehen.
- Zum Wickeln kleiner Kinder zuvor eine Wegwerfwickelunterlage, Papier oder ein Tuch ausbreiten.
Nutzt den Tag!