Beiträge über ‘Risiko’

Stilles Mineralwasser: Laut Ökotest alles andere als rein

Kaum hatte ich kürzlich meinen Betrag über den Trinkwasser-Notstand  in Deutschland verfasst, in dem ich Euch mein Leid darüber klagte, dass ich kaum noch weiß, welches Wasser ich künftig trinken soll – Leitungswasser oder abgepacktes Mineralwasser – weil irgendwie alles verschmutzt und belastet zu sein scheint, veröffentlichte die Zeitschrift Ökotest ihre Testergebnisse zu stillen Mineralwassern, die die Verbraucherschützer mit den Worten “Stille Mineralwasser – Alles andere als rein” überschrieben.

Ökotest findet Pestizidabbauprodukte, Uran und Keime in stillen Mineralwassern

Demnach sei “fast jedes dritte Mineralwasser mit Abbauprodukten von Pestiziden belastet”. Das Frankfurter Verbrauchermagazin hatte 105 Mineralwässer ins Labor geschickt:  “In 31 Produkten wurden Pestizidabbauprodukte gefunden, in 17 sogar in so hohen Mengen, dass sie gar nicht mehr als natürliches Mineralwasser verkauft werden dürften. Belastet waren unter anderem beliebte Wässer wie das Aqua Culinaris Still Feinquell von Aldi Süd, das Rewe Aquamia Vitale Still, das Christinen Carat Still und das Nestlé Pure Life Still.”

In der entsprechenden Pressemitteilung von Ökotest heißt es weiter: “Dieses Problem ist den Mineralwasserherstellern und dem Verband Deutscher Mineralbrunnen zwar schon seit längerem bekannt, unternommen hat man allerdings dagegen noch nichts. Erst jetzt nach der Untersuchung von ÖKO-TEST kündigt die Branche an, dass sie etwas ändern möchte. Auch die Lebensmittelüberwachungsbehörden machen nun Druck. Johannes Remmel, Verbraucherschutzminister aus Nordrhein-Westfalen, hat angesichts der ÖKO-TEST-Ergebnisse angekündigt, notwendige Maßnahmen zu veranlassen. Diese sollen von der Sanierung der Brunnen bis hin zu möglichen Stilllegungen reichen.”

Die Pestizidabbauprodukte seien nicht der einzige Kritikpunkt an den stillen Mineralwässern. Manche enthalten laut Ökotest etwa “Uran, ein Stoff, der als besonders problematisch gilt, weil schon sehr geringe Mengen die Nieren schädigen können. In einigen Wässern fand das Labor Bor, das sich in Tierversuchen als entwicklungs- und fortpflanzungsschädlich herausgestellt hat, und Mangan, das in hohen Dosen neurologische Störungen auslösen kann. Außerdem stecken in gut jedem zehnten Wasser zu viele Keime, die allerdings nicht gefährlich sein sollen.”

In Ehec-Zeiten und als Hamburger wird mir allein beim Lesen des Wortes Keim schon wieder schlecht, die Aussage “zu viele Keime” macht mir einfach nur Angst. Was soll ich also trinken? Ich tendiere dazu, wieder zu meinem Leitungswasser zu greifen.

Nutzt den Tag!

Trinkwasser-Notstand: Wie gesund ist Wasser?

Wasser – ein gesunder Durstlöscher oder eine schmutzige Angelegenheit?

Ich habe es geschafft. Meinen Durst lösche ich seit Jahren vor allem mit Wasser oder mit sehr verdünnten Säften, also Wasser-Saft-Schorlen. Und das habe ich mir selbst antrainiert. Als Kind gabs bei uns eher Säfte pur oder Limonaden. Und: Ich habe es sogar geschafft, meinen drei Kindern das Wassertrinken beizubringen. Ich sage: Wir sind Wassertrinker, wenn es gilt, unseren Durst zu löschen. Zumal wir vor allem das Wasser aus der Leitung trinken. Ganz, ganz selten übrigens selbst aufgesprudelt. Ich kann stolz auf mich sein.

Doch nach den Recherchen zu meinem neuen Artikel über Trinkwasser – also Leitungswasser und Mineralwasser in Deutschland – stecke ich mal wieder in der Zwickmühle. Ich bin nicht nur sehr verunsichert, was die angeblich gute bis sehr gute Qualität des Leitungswassers anbelangt, sondern auch nicht überzeugt von der Qualität der Mineralwasser. Ich weiß also nicht mehr, was ich trinken und was meine Kids trinken sollen: Leitungswasser oder Mineralwasser? Ich bin entsetzt darüber, dass sich neben Arzneimitteln, Hormonen & Co. auch Kokainrückstände in unseren (Ge)Wässern finden lassen, ebenso wie Uran und Schwermetalle. Ich habe Durst und will ihn löschen, weiß aber nicht mehr so recht, womit. Ökologisch zu denken, wage ich erst gar nicht, meine Gesundheit und die meiner Kinder macht mir mehr Sorgen. Obwohl ich weiß, dass ich das nicht losgelöst voneinander betrachten kann und darf.

Also, was trinkt Ihr, um gesund zu leben? Spielen ökologische Aspekte beim Für und Wider eine Rolle, wenn Ihr Euch zwischen Leitungswasser und Mineralwasser, das in Flaschen abgefüllt gekauft wird, entscheidet?

Nutzt den Tag!

 

Nanopartikel: Datenbank des BUND mit 200 Nanoprodukten ist online

Wissenschaft und Politik diskutieren über Nanopartikel, Industrie handelt

Während sich Wissenschaft und Politik noch immer um die Frage streiten, ob Nanopartikel ein Fluch oder ein Segen für die Menschheit seien, setzt so mancher Hersteller längst auf die winzigen Teilchen, um bestimmte Eigenschaften seiner Produkte zu verbessern. Leider erfährt der Verbraucher davon wenig, auf der Verpackung wird über den umstrittenen Einsatz von Nanopartikeln und deren Risiken nicht informiert. Es besteht keine Kennzeichnungspflicht dafür.

Die Informationslücke will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt schließen. Er hat eine Nano-Datenbank ins Internet gestellt, in der sich interessierte Verbraucher nach Produkten mit Nanopartikeln umschauen können.

BUND veröffentlicht Datenbank mit über 200 Nano-Produkten

Der BUND teilte gestern in einer Pressemeldung mit, dass er eine Datenbank veröffentlicht, in der über 200 Produkte mit Nano-Materialien aufgelistet seien. Mit der Datenbank wolle der Umweltverband demnach auf eine fehlende Kennzeichnungspflicht für Nano-Produkte aufmerksam machen sowie zur Verbraucheraufklärung beitragen. Denn obwohl die Risiken für Gesundheit und Umwelt durch Nano-Partikel bisher nicht geklärt seien, kämen Nano-Partikel in Kosmetika, Lebensmittelverpackungen oder Textilien versteckt zum Einsatz. In der Datenbank befinden sich laut BUND Artikel wie Zahnpasta, Wandfarben, Tierpflegemittel und Bettwäsche. Der BUND forderte zudem Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner auf, eine Melde- und Kennzeichnungspflicht für Nano-Produkte zu erlassen.

Jurek Vengels, BUND-Nano-Experte sagt gegenüber der Presse: „Während die Hersteller mit den angeblich tollen neuen Eigenschaften von Nano-Artikeln werben und auf diese Weise viel Geld verdienen wollen, wird den Verbrauchern das Recht vorenthalten, sich für oder gegen Nano-Produkte zu entscheiden. Die Risiken werden unterschlagen und es gibt keine Kennzeichnungspflicht. Mit der Nano-Produkt-Datenbank will der BUND mehr Transparenz schaffen. Die Bundesregierung hat es bisher versäumt, sich für einen besseren Schutz der Verbraucher vor den Gefahren durch Nano-Materialien einzusetzen.“

Nano-Partikel: Das solltet Ihr wissen

Da Partikel in Nano-Größe häufig andere Eigenschaften aufweisen als größere Teilchen desselben Materials, fordert der BUND, sie einer speziellen Risikobewertung zu unterziehen. Laut BUND können einige Nano-Materialien aufgrund ihrer Winzigkeit giftig wirken und sogar die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Die vom BUND veröffentlichte Datenbank beinhalte bisher nur einen Teil der marktgängigen Nano-Produkte, sagte Vengels weiter. Die Verbraucherinnen und Verbraucher seien aufgerufen, Hinweise auf Nano-Materialien in Produkten des täglichen Bedarfs an den BUND weiterzugeben. Die Produkte würden dann in die BUND-Datenbank aufgenommen.

Vengels: „Auch in der Europäischen Union mahlen die Mühlen beim Verbraucherschutz langsam. So müssen erst ab 2013 Nano-haltige Kosmetika gekennzeichnet werden. Nach der Zustimmung des EU-Ministerrats muss nun das Parlament entscheiden, ob ab 2014 auch Lebensmittel mit Nano-Materialien gekennzeichnet werden müssen. Trotzdem kann die Bundesregierung mehr für den Schutz der Verbraucher vor Nano-Risiken tun. Sie kann beispielsweise eine umfassende nationale Meldepflicht für Nano-Produkte beschließen und die Produkte in einem Register veröffentlichen.“

Nutzt den Tag!

Lichterketten – gefährlich schöner Schein: Fehlende Sicherheitshinweise, Konstruktionsfehler und Stromschlaggefahr!


Der TÜV Rheinland testete Lichterketten in Europa: Jede zweite fällt durch

Trotz Hochkonjunktur – oder gerade deshalb? – findet man zur Adventszeit viele elektrische Lichterketten in den Geschäften, die billig und von minderer Qualität seien – und die in vielen Fällen auch noch gefährlich werden könnten. Das zeigen aktuelle Tests des TÜV Rheinland (Testergebnisse für Deutschland findet ihr hier). In Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Ungarn kauften die Fachleute Mitte November 2010 insgesamt 97 Lichterketten zum Preis bis zu 10 Euro und überprüften sie in eigenen Laboren in Budapest, Köln und Mailand, schreibt der TÜV in seiner aktuellen Pressemitteilung. Messlatte seien dabei nur die rechtlichen Mindestvorgaben nach der Prüfnorm EN 60598-2-20 für den Verkauf innerhalb der Europäischen Union gewesen. Das Ergebnis: Von den 97 Produkten seien 51 nicht verkehrsfähig. Das heißt, sie dürften nicht verkauft werden. Von den 27 in Deutschland gekauften Leuchtdekorationen waren demnach 10 nicht verkehrsfähig.

Risiko Lichterkette: mangelhaft verarbeitet, ohne Sicherheitshinweise

Neben schlechter Verarbeitung stellten die Prüfer insbesondere fehlende Sicherheitshinweise und Konstruktionsmängel fest, schreibt der TÜV weiter. So fanden sich beispielsweise verschiedene Leuchtdekorationen im Test, die für den Einsatz im Freien ausgezeichnet waren, aber nicht die geeigneten Dichtungen besäßen. Leicht zu lösende Kabel und mangelhafte Isolierungen seien weitere sicherheitsrelevante Mängel.

Billigere Lichterketten sind schlechter und unsicherer verarbeitet

„Nach wie vor sagt der Preis bei Lichterketten viel über Qualität und über die Sicherheit aus. Wir empfehlen generell, bei großen Handelsunternehmen statt in Billigläden zu kaufen. Zudem sollten Käufer auf das GS-Zeichen für unabhängig geprüfte Sicherheit achten”, so TÜV Rheinland-Experte Thomas Haupt zu den Ergebnissen. Empfehlenswert sei dem Experten zufolge zudem der Kauf von Dekoration mit Leuchtdioden-Technik. LED hielten länger und verbrauchten weniger Energie. Wichtig dabei: „LED-Dekoration nur mit Transformatortechnik kaufen, die zuverlässig die Spannung reduziert.”

Die am häufigsten festgestellten Mängel an den Leuchtdekorationen seien laut TÜV falsche oder fehlende Sicherheitshinweise auf den Verpackungen (31 geprüfte Produkte) sowie Sicherheitsmängel durch Konstruktionsfehler oder minderwertige Materialien bei 33 Produkten im Test. Fehlende Sicherheitshinweise könnten gravierende Folgen haben, beispielsweise wenn nicht erkennbar sei, dass Lichterketten nur in Innenräumen verwendet werden dürfen oder, dass defekte Lampen sofort ausgetauscht werden müssen.

TÜV: Lichterketten in allen Testländern nahezu gleich gefährlich

Keine große Rolle spielte dem TÜV zufolge bei dem Test, in welchen Ländern die Produkte gekauft wurden. So fielen in den Niederlanden 10 von 16 Lichterketten durch – alle gekauft in Grenzstädten zu Deutschland –, in Frankreich 9 von 19 Produkten und in Ungarn 7 von 13. Am schlechtesten schnitten die Lichterketten ab, die in Italien verkauft wurden: von den 22 Lichterketten im Test dürfen 15 innerhalb der EU eigentlich nicht vertrieben werden.

Lichterketten: TÜV empfiehlt landessprachliche Beschreibungen und Prüfzeichen

Käufer sollten generell nur aus Quellen kaufen, die sie kennen, und zudem auf Beschriftungen in der Landessprache achten – rät der TÜV. Auch das Prüfzeichen einer unabhängigen Prüforganisation gebe Hinweise darauf, dass der Hersteller auf Qualität Wert legt. Das CE-Zeichen müsse generell ebenfalls aufgebracht sein, besage aber nur, dass der Hersteller selbst versichert, alle Vorgaben der Europäischen Union einzuhalten. Es müsse also keine unabhängige Produktprüfung stattgefunden haben. Lichterketten verfügten ferner im Idealfall über einen Transformator, denn der reduziere laut TÜV die gefährliche Steckdosenspannung. Auch sollten stets Ersatzlampen verfügbar sein. Wer den elektrischen Weihnachtsschmuck an der Fassade oder im Garten nutze, der sollte nur Produkte mit dem Kürzel IP 44 verwenden. Die so gekennzeichneten Produkte müssen wetterbeständig sein und könnten auch draußen eingesetzt werden, rät der TÜV in seiner aktuellen Pressemitteilung. Zusätzliche Sicherheit böten gegen Spritzwasser geschützte Verlängerungskabel.

Lichterketten im Test: Was besagt die Prüfnorm EN 60598-2-20?

Für die Sicherheitstests bei TÜV Rheinland wurden die elektrischen Lichterketten Kontrollen nach der EU-weit gültigen Prüfnorm EN 60598-2-20 unterzogen. Diese Norm lege Mindestanforderungen an Lichterketten fest. Kontrolliert werden die elektrische, mechanische und thermische Sicherheit sowie Verpackung und Sicherheitshinweise. Sicherheitshinweise müssen in der jeweiligen Landessprache verfasst sein und der Inverkehrbringer muss benannt sein. Hinzu kommen eine gründliche Sichtprüfung und die Kontrolle von Steckern, Lampen und Leitungen. Zu den mechanischen Kontrollen der Sicherheit gehören Zug- und Drehprüfungen, darüber hinaus werden die Konstruktion und auch Materialien – insbesondere Kunststoff, der wärmebeständig sein muss – überprüft. Es folgt die Simulation typischer Fehlerzustände, wie der Ausfall von Lampen. Hierbei wird insbesondere die Hitzeentwicklung kontrolliert.

Ich rate: Verzichtet auf Lichterketten, nehmt statt dessen Bio-Kerzen. Das schmerzt die Lichterketten-Händler, die sich mit unsicherer, risikoreicher Bilig-Ware eine goldene Nase verdienen wollen.

Nutzt den Tag!

Fotonachweis/Copyright: Kollektion und Urheberrecht: Brand X Pictures , Brand X Pictures

Uran im Trinkwasser: Verbraucherschützer kritisieren aktuellen Beschluss des Bundesrats

Heute schickte mir die Verbraucherschutzorganisation foodwatch eine Pressemitteilung, in der es um unser aller Lebenselixer geht: Trinkwasser. Besser gesagt: Es geht um den Urangehalt unseres Trinkwassers, den foodwatch seit Jahren kritisiert, weil er gesundheitsgefährdend hoch sei. Der Bundesrat hat am Freitag per Beschluss die geltende Trinkwasserverordnung geändert. Der neue Grenzwert läge laut der Süddeutschen Zeitung mit 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser unter dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Wert 15 Mikrogramm, aber laut foodwatch ist er immer noch zu hoch:

Kollektion: Valueline / Copyright: Ryan McVay by Thinkstock

10 Mikrogramm Uran pro Liter erlaubt – obwohl EFSA-Studie damit Schutz von Säuglingen und Kleinkindern als nicht ausreichend bewertet

Zukünftig dürfe in Deutschland, so heißt es in der Mitteilung von foodwatch (Report-München-Videobeitrag auf YouTube), kein Trinkwasser mehr aus den Leitungen fließen, das mehr als 10 Mikrogramm Uran pro Liter enthielte. Doch laut den Verbraucherschützern böte der nun beschlossene Höchstwert von 10 Mikrogramm Uran pro Liter keinen ausreichenden Schutz für Säuglinge und Kleinkinder. Das zeige eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von März 2009, die deutsche Behörden eigens in Auftrag gegeben hätten.

“Ein Grenzwert muss auch besonders gefährdete Gruppen wie Säuglinge und Kleinkinder zuverlässig schützen”, erklärte Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von foodwatch. “Mit einem Höchstwert von 10 Mikrogramm verletzen Bundesregierung und Bundesrat ihre Fürsorgepflicht für die Schwächsten. In falscher Rücksichtnahme auf die wirtschaftlichen Interessen einiger Wasserversorger ignorieren sie den letzten Stand der Wissenschaft. Wasser darf aus Vorsorgegründen nicht mehr als 2 Mikrogramm Uran pro Liter enthalten, egal ob Trink- oder Mineralwasser.”

Für in Flaschen abgefülltes Mineralwasser gelte demnach schon heute: Enthält es mehr als 2 Mikrogramm Uran pro Liter, dürfe es nicht mit dem Hinweis “geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung” verkauft werden. Aus der EFSA-Studie gehe zudem unmissverständlich hervor, dass noch bei einer Uranbelastung von unter 4 Mikrogramm pro Liter Wasser bei Kleinkindern und Säuglingen erhebliche Risiken für eine Schädigung lebenswichtiger Organe bestünden. Gleichzeitig sei es laut foodwatch technisch ohne Weiteres möglich, Uran mit Ionenaustauschern bis an die Nachweisgrenze heran aus dem Wasser zu filtern.

Ich trinke fast nur Wasser aus der Leitung. Auch meine Kids halte ich nachhaltig dazu an.

Ich frage mich: Wie lange noch?

I

Biss im Morgengrauen? Bettwanzen breiten sich immer stärker aus!

Wen lasst Ihr zu Euch ins Bett?

Ist es Euch aufgefallen? Die Meldungen zu Bettwanzen mehren sich. Meist handelten die Nachrichten von Bettwanzen in US-amerikanischen oder kanadischen Betten, die in New York oder Vancouver standen. Doch inzwischen seien Bettwanzen auch in deutschen Ballungsgebieten auf dem Vormarsch und kaum zu stoppen, schrieb kürzlich Yahoo.

Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV) spreche demnach von einer starken, sinuskurvenartigen Zunahme, die vor etwa fünf Jahren begonnen habe. “Bettwanzen übertragen keine Krankheiten”, erklärt Erik Schmolz vom Umweltbundesamt gegenüber Yahoo. Deshalb gebe es noch keine Daten über ihre Verbreitung zwischen Flensburg und Füssen. Doch die Stiche von Bettwanzen sollen extrem unangenehm, der Juckreiz “barbarisch” sein, zitiert Yahoo den Chef des Frankfurter Gesundheitsamtes, René Gottschalk.

“Ein Anstieg der Bettwanzen-Population ist weltweit zu verzeichnen”, berichtet demzufolge der DSV-Bundesvorsitzende Rainer Gsell und nennt Dubai als Beispiel. Die behaarten Kosmopoliten mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Cimex lectularius hatten vor den Olympischen Winterspielen auch im kanadischen Vancouver für Aufregung gesorgt. Aus Nordamerika, Australien, Dänemark und der Schweiz gebe es eindeutige Hinweise auf eine Zunahme, berichtet Schmolz weiter. Und hierzulande? Ein Befall werde ungern zugegeben. Schädlinge seien allgemein ein Tabu-Thema.

Wie Bettwanzen uns Menschen aussaugen

Bettwanzen seien ein Geniestreich der Natur, zitiert Yahoo Gottschalk. “Die Insekten sind unglaublich lange in der Lage, ohne Feuchtigkeit und Nahrung auszukommen.” Den Menschen nutzten die wenigen Millimeter großen Tiere kurzzeitig als Futterquelle, dann verschwänden sie wieder in ihren Ritzen. “Wanzenfamilien essen gemeinsam zu Abend, alle auf derselben Stelle”, berichtet der Mediziner weiter. Sie mögen es besonders, wenn der Mensch schwitze. Die erste, die Licht sehe, husche zurück in die Ritze und der Rest der Familie folge.

Ein Bettwanzen-Biss und seine Folgen

Infolge eines Bisses einer Bettwanze könne die Haut extrem jucken oder stark allergisch reagieren, heißt es weiter. Der Grund: Die birnenförmigen Sechsbeiner sondern beim Stechen einen Stoff ab, der neben Schlafstörungen auch starke allergische Reaktionen verursachen könne. Antihistamin-Salbe lindere die Beschwerden, sagen Experten. Auch Erreger wie Borreliose, Hepatitis und sogar HIV seien, so berichtet Yahoo, bei Wanzen schon gefunden worden. Eine Übertragung auf den Menschen wurde demnach aber nicht nachgewiesen.

Bettwanzen aus zweiter Hand: Was hat Secondhand-Kleidung mit der Verbreitung der Plagegeister zu tun?

Weltumspannender Tourismus und Gebrauchtwaren-Handel sind laut Experten Ursachen dafür, dass Wanzen, die Betten der Welt erobern. Sie können unbemerkt in Koffern und Taschen mitreisen, vor allem aber auch in Kartons auf Lastwagen, Schiffen, Zügen und Flugzeugen – so beschreibt Yahoo mögliche Reisewege von Bettwanzen. “Sie lieben Hölzer und Kartonagen”, sagt Gottschalk. Und glücklicherweise suchten sie sich eher selten neue Lebensräume. Zur weltweiten Ausbreitung sollen auch Resistenzen gegen Schädlingsbekämpfungsmittel geführt haben. “Es liegt definitiv nicht an mangelnder Hygiene”, betont Schmolz. Und Gottschalk sagt: “Wenn sie erstmal irgendwo drin sind, breiten sie sich aus und sind auch in blank geputzen Kachelstudios und sehr gepflegten Wohnungen zu finden.”

Woran erkennt man, dass man Wanzen im Bett hat?

Noch vor zehn Jahren hätten Wanzen als weitgehend ausgerottet gegolten, sagt Schädlingsbekämpfer Gsell bei Yahoo. “Die Leute erkennen sie auch nicht mehr so. Das Know-how hat nachgelassen”, ergänzt Schmolz. Ein untrügliches Zeichen für Wanzenbefall seien die Kotspuren – kleine schwarze Punkte auf Tapete und Bettrahmen.

Was soll man tun, wenn man Bettwanzen gefunden hat?

“Sofort einen professionellen Schädlingsbekämpfer rufen!”, rät Schmolz. “Sie müssen fast ihre Wohnung zerpflügen, um an die Wanzen heranzukommen”, sagt Gottschalk. Möbel müssten auseinandergebaut, Ritzen mit Silikon zugestopft und die Matratze möglicherweise ausgewechselt werden.

Die preiswerteste und am wenigsten aufwendige Methode seien Insektizide, sagt Gsell. “Allerdings kann es schon mal sein, dass das nicht gleich von Anfang an funktioniert.” Deutlich aufwendiger und teurer sei es, die Tierchen mit Hitze – über 55 Grad – oder Trockeneis zu bekämpfen. Und auch wenn der Kammerjäger mehrmals kommen muss: “Bei Insektiziden sachgemäß angewendet, sind keine Gesundheitsschäden zu erwarten”, sagt Schmolz.

Nutzt den Tag!

Gepostet am 04.09.2010, 12:52
Tags: Bekämpfung, Bettwanzen, Insektizide, Risiko, Wanzen | Kategorie: Das diskutiert man jetzt
1 Kommentar

Ist helles Fleisch gesünder als rotes? Nein!

Das ist eine Nachricht, auf die ich schon sehr, sehr lange gewartet habe: Helles Fleisch ist nicht gesünder als rotes, wie es seit Jahren ständig überall behauptet wird. Das konnte ich mir sowieso nicht vorstellen. Aber: Ich esse auch nur Fleisch vom Tier geschnitten, nicht weiterverarbeitet.

Rotes Fleisch ist nicht gesundheitsschädlicher als helles! Erst die Verarbeitung zu Wurst mache rote Fleischprodukte zu Risikofaktoren: Zu viel Salz und Nitrate in der Wurst sind ungesund!

Im Gegensatz zum hellen Geflügelfleisch galt bisher etwa für das dunklere Rind- oder Schweinefleisch ein höheres Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes. Dies komme aber erst zustande, wenn das Fleisch weiterverarbeitet wird, zum Beispiel zu Schinken, Salami oder andere Wurst, berichtet die “Apotheken Umschau”. Wer eine vergleichbare Menge etwa als Steak isst, müsse demnach keine gesundheitlichen Nachteile befürchten. Das sei bei einer Analyse der Daten von über einer Million Menschen aus zehn Ländern herausgekommen. Vermutlich sei der hohe Gehalt an Salz und Nitrat in verarbeitetem Fleisch gesundheitsschädlich, so die Forscher.

Danke für die gute Nachricht!

Nutzt den Tag!