Schnittblumen und Blumensträuße: Ökotest findet bunten Giftcocktail
Ich habe meine Aversion gegen Schnittblumen an dieser Stelle bereits kundgetan und diese auch begründet: Schnittblumen sind in meinen Augen tot. Und: Schnittblumen sind unökologisch. Jetzt hat sich das Franfurter Verbrauchermagazin “Ökotest” des Themas an- und bunte Blumensträuße unter die Lupe genommen. Der Test zeigt:
Schnittblumen sind laut Ökotest oft giftig
“Ökotest” berichtet in der aktuellen Ausgabe (Heft vom 29. April, Preis: 3,80 Euro) über verseuchte Blumensträuße: Insgesamt hätten die Labors demnach 56 verschiedene Spritzgifte in den getesteten Blumen gefunden – bis zu 20 pro Strauß. Bedenklich sei dabei nicht allein die Zahl der Gifte, sondern die Art der Substanzen: Elf davon seien laut “Ökotest” in der EU nicht mehr erlaubt, 14 Substanzen seien der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA zufolge “wahrscheinlich oder möglicherweise krebserregend”, vier seien laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) “hoch gefährlich”.
Traurig: Die auf den Blumenfeldern verspritzten Pestizide sind nicht nur für die Arbeiterinnen auf den Farmen der Erzeugerländer gefährlich, wo viele krank werden oder sogar an Pestizidvergiftungen sterben. Die Spritzgifte gasen aus den Schnittblumen auch in Blumenläden und im heimischen Wohnzimmer aus. Verbraucher müssen, so heißt es in der aktuellen Pressemitteilung von Ökotest, dennoch nicht überrascht sein, wenn diese Blumen im deutschen Handel angeboten werden. Denn die Giftspritzerei ist vollkommen legal, weil es keine gesetzlichen Grenzwerte für Blumen gibt.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schätzte 2010 nach Sichtung vorliegender Daten, dass von den in Deutschland gehandelten Schnittblumen kein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher ausgehe. Gleiches gelte demnach für das Personal, das im Blumenhandel tätig sei und mit Schnittblumen umgehe.
Selbst Label wie “Fair Flowers Fair Plants” (FFP) helfen laut “Ökotest” bei der Auswahl eines Blumenstraußes wenig: Denn sie entpuppen sich als Papiertiger, weil sie viele der gefährlichen Pestizide erlauben. Daher sei es kein Wunder, wenn fast alle Blumensträuße durch den Test gefallen sind. Nur zwei der 22 Sträuße bewertet das Frankfurter Verbrauchermagazin mit “gut” und zwei mit “befriedigend”.
Ökotest rät: Wer Schnittblumen verschenken möchte, sollte auf das Fairtrade-Label achten, das drei der vier besten Sträuße im Test tragen. Eine gute Idee sei es demzufolge aber auch, Schnittblumen aus dem heimischen Freilandanbau zu verschenken. Derzeit hätten etwa Akelei, Hyazinthen, kleinblumigen Nelken, Kornblumen und Pfingstrosen Saison.
Nutzt den Tag!
Mit einem Bumenstrauß macht man mir also keine Freude. Und die meisten, die mich kennen, wissen das inzwischen. Manchmal aus Erfahrung. Natürlich bedanke ich mich höflich, wenn jemand mir unwissenderweise trotzdem Blumen schenkt. Aber innerlich ekele ich mich doch davor. Und ich bin dann meist auch ziemlich schnell mit der Entsorgung der nicht immer schon gänzlich verwelkten Blumen. Von meiner Mutter habe ich diesen Anti-Blumen-Tick jedenfalls nicht. Die ist Pro-Blume. 



